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Genbanken der Völker

 
     
 
Der estnische Präsident Lennart Meri äußerte gegenüber dem isländischen Ministerpräsidenten David Oddsson den Wunsch, von den bisherigen Erfahrungen der Isländer beim Aufbau einer nationalen Gendatenbank lernen zu wollen.

Sein Land plane den Aufbau einer genetischen Datenbank des eigenen Volkes, erklärte Meri dem Staatsgast, der Ende August anläßlich eines Treffens der baltischen und nordischen
Ministerpräsidenten in Estland weilte.

Das Unternehmen "De Code Genetics" unter Leitung des an der amerikanischen Harvard-Universität lehrenden Neuropathologen Kari Stefansson will in Island eine bislang einmalige Komplettbeforschung einer ganzen Menschenpopulation durchführen. Es soll eine Datenbasis angelegt werden, die nach Möglichkeit sämtliche genetischen Informationen sowie Krankheitsgeschichten der Inselbevölkerung enthält. Auf dieser breitangelegten Informationsbasis wollen die Wissenschaftler dann die Beziehungen zwischen der Erbmasse und den auftretenden Krankheiten untersuchen.

Die heutige isländische Bevölkerung stammt fast durchweg von jenen Wikingern ab, die sich im 9. Jahrhundert auf der Atlantikinsel niedergelassen hatten. Seitdem gab es nur sehr geringfügige Zuwanderungen. Diese weitgehende biologische Homogenität macht die Isländer zu einem besonders interessanten Forschungsgegenstand für Humangenetiker.

Das isländische Parlament hat bereits im Dezember 1998 ein grundlegendes Gesetz verabschiedet, das "De Code Genetics" zum Zweck humangenetischer Forschungen den alleinigen Zugriff auf die Daten aus den Patientenakten zusichert.

Im Gegenzug sollen die Isländer später Medikamente, die auf dieser Grundlage entwickelt worden sind, kostenlos erhalten. Außerdem winken auf längere Zeit gewaltige Investitionen und in deren Folge eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze.

Die Einwohner Islands hatten bis Ende Juni vergangenen Jahres Gelegenheit, individuell Widerspruch gegen die Verwendung der eigenen Krankendaten und der Angaben über die Familienverhältnisse einzulegen. Mittlerweile läuft das Großforschungsprojekt auf Hochtouren.

Island unterhält ebenso wie die anderen nordischen Staaten enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zum Baltikum. Die Außenminister Norwegens, Schwedens, Dänemarks, Finnlands und Islands sowie der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen

Nordisch-baltische Achse

verliehen dieser Tatsache auf ihrem jüngsten Treffen im dänischen Middelfart am 29./30. August auch sprachlich Ausdruck: Statt die Zusammenkünfte wie bisher unter der Formel "5 plus 3" abzuhalten, beschlossen sie, künftig von den "8er-Runden" zu sprechen.

 
     
     
 
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